Rückblick

„Vernetzte Gesundheit“ – Dachmarke der schleswig-holsteinischen Gesundheitskongresse und thematischer Dauerbrenner auf der gesundheitspolitischen Agenda.

Unternehmen Zukunft: Berufung Gesundheit war der Themenschwerpunkt des diesjährigen Kongresses in Kiel. 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben anderthalb Tage über dieses Thema diskutiert. In all seiner Vielschichtigkeit. Denn: Der demographische Wandel verändert nicht nur die Anforderungen an Gesundheitsversorgung – er stellt auch die Organisation des ganzen Systems wenn nicht auf den Kopf, so doch zumindest in Frage.

Der drohende Ärztemangel war auf dem Kongress ebenso Thema wie der anstehende Fachkräftemangel, der die Krankenpflege ebenso treffen wird wie die Altenpflege. Auf dem Kongress in Kiel wurden erstmalig auch die arbeitsmarktpolitischen Chancen und Möglichkeiten des Berufewandels im Gesundheitssystem diskutiert. Dabei war von ganz praktischen, gelebten Beispielen ebenso die Rede wie von notwendigen Änderungen der Rahmenbedingungen im Bereich der Qualifizierung.

Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und Peter Clever, Verwaltungsratvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, waren sich einig, dass Schluss sein muss mit zwei getrennten Systemen in der Pflege und in der Gesundheitsversorgung. Der Minister sagte dazu: „Gesundheitsberufe können der Wachstumsmotor des Arbeitsmarktes werden. Dazu müssen wir ihre Attraktivität betonen, vorhandene Potentiale nutzen und jenseits von Sektorengrenzen und Erbhöfen in Versorgungsketten – und die Pflege immer mit – denken.“  Dazu gehöre unter anderem:  

  • Arbeitszeiten wirklich flexibel gestalten -  um so zum Beispiel Frauen, die derzeit nicht arbeiten können, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.
  • Berufserfahrenen Qualifizierung und Weiterbildung zum Beispiel im Pflegebereich zu erleichtern.
  • Den Männeranteil in den Gesundheitsberufen zu erhöhen.
  • Ältere Arbeitsnehmerinnen und Arbeitnehmer besser einzubinden.
  • Den Arbeitsmarkt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Ausland weiter zu öffnen.  

Zum zweiten Mal haben niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ihre Kolleginnen und Kollegen zu einem Pre-Workshop eingeladen – in diesem Jahr unter dem Motto: „Arztberuf – Traum oder Alptraum?“. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten vor Kongressbeginn über Arbeitsbedingungen ebenso wie über das Selbstbild und die Selbstdarstellung ihres Berufsstandes. Sowohl für den Workshop als auch den Kongress gab es dieses Mal Fortbildungspunkte für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte.

In Schleswig-Holstein gibt es noch keine Unterversorgung – gleichwohl ist der eine oder andere Hausarztsitz (noch) nicht wiederbesetzt. Wie es geht mit dem Studium, der Weiterbildung und der Niederlassung, und warum es in Schleswig-Holstein besonders schön ist Arzt zu sein – darüber  kann man sich jetzt auf dem Hausarztportal www.hausarzt-sh.de informieren, das am zweiten Kongresstag freigeschaltet wurde.      

Bewährt auch beim zweiten Kongress: die Cross Coaches. Markenzeichen des Kieler Kongresses, und der Name ist Programm. Sie kommen dem Kongressgeschehen schon mal schräg und sollen die Dinge auf den Punkt bringen – und sind 2012 wieder dabei. Sie hoffentlich auch. Notieren Sie sich schon jetzt den Termin des 3. Kongresses Vernetzte Gesundheit in Kiel:
18. und 19. Januar 2012