Steter Tropfen …

Da soll ´mal einer sagen, in der Gesundheitspolitik bewegt sich nichts – oder wenn, nur wenig: 2010 hat Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg auf dem ersten Kongress „Vernetzte Gesundheit“ in Kiel mehr regionale Verantwortung und Selbstbestimmung für die Länder und die Selbstverwaltung gefordert – und 2012 ist es schon so weit! Mit dem neuen Versorgungsstrukturgesetz gibt es sie erstmalig: die föderale Mitbestimmung in einem Bereich, der bislang den Bundesgremien vorbehalten war. Die Länder und die Selbstverwaltungen dürfen in der Gesundheitsversorgung nicht nur mitreden, sondern vor Ort auch selbst gestalten.

Der dritte Kongress „Vernetzte Gesundheit“ in Kiel hat als erster Gesundheitskongress des Jahres 2012 die Herausforderungen und Möglichkeiten des neuen Gesetzes zum Thema gemacht. Unter dem Titel „Versorgung gestalten? Neue Perspektiven für Gesundheit.“ haben über 500 Experten aus ganz Deutschland diskutiert, wie man eine medizinische und pflegerische Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft sichern kann. Dabei heraus gekommen ist unter anderem, dass eine stärkere Vernetzung aller ein Schlüssel dazu ist. Es wird in Zukunft mehr noch als vorher zuvor darauf ankommen, dass die Akteure aufeinander zugehen und gemeinsam Lösungen entwickeln. „Vernetzung ist Zukunftsaufgabe“, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr in seiner Rede auf dem Kongress.

In Schleswig-Holstein schon immer Thema: die Vernetzung zwischen Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik. Zum zweiten Mal als Moderator dabei war Peter Clever, der am zweiten Kongresstag in der Eröffnungsdiskussion mit Vertretern aller Versorgungsakteure die Frage diskutierte, wie genügend Fachkräfte gefunden oder ausgebildet, auf jeden Fall aber gehalten werden können; und das gilt nicht nur für Ärzte, sondern für alle Berufe in der Gesundheitswirtschaft. Welche (Aus-)Bildungen für die zukünftigen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung notwendig sein werden und wie Bildung in die Praxis der Gesundheitsunternehmen übersetzt werden kann, waren Themen der sich anschließenden Panels.

Quer durchs Land reichte das Spektrum der intersektoralen Best-Practice-Beispiele, die als fester Bestandteil des Kongresses Anregungen für gelungene Vernetzungsarbeit und vernetzte Lösungen geben.

Zu dem neuen Gesetz ist längst noch nicht alles gesagt worden, und die Arbeit – nicht nur für die Länder – geht jetzt erst richtig los: Viele gute Ansätze, aber auch offene Baustellen wurden im Panel „Versorgung in der Fläche und die Umsetzungsstrategien“ aufgezeigt, bei dem auch die Chancen und Risiken der neuen Rahmenbedingungen ausgelotet wurden.

Es bleibt spannend. Arbeit ist zu tun, neue Ideen und Projekte werden entwickelt – in Schleswig-Holstein, bundesweit und, zunehmend wichtiger, auch im europäischen Raum. Wir bleiben am Ball und setzen die Diskussion fort: Am 16. und 17. Januar 2013 geht es weiter. Die „Vernetzte Gesundheit“ eröffnet auch 2013 das Kongressjahr – wieder mit einem Workshop für niedergelassene Ärzte und wieder mit der Kieler Besonderheit – den Cross Coaches.

Herzlich willkommen in Kiel!